THG: Was die Abkürzung bedeutet
THG steht für Treibhausgas oder Treibhausgase. Ob THG-Quote, THG-Prämie oder THG-Bilanz: Es geht immer darum, weniger klimaschädliche Gase auszustoßen. Hier findest du die Abkürzung und die wichtigsten verwandten Begriffe kurz erklärt.

THG heißt Treibhausgas
Treibhausgase lassen das Sonnenlicht weitgehend durch, halten aber einen Teil der Wärme zurück, die die Erde wieder abstrahlt. Ohne sie wäre es auf der Erde deutlich kälter. Seit der Industrialisierung bringt der Mensch aber so viel zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre, dass sich das Klima erwärmt. Der größte Teil stammt aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, also auch aus Benzin und Diesel.
Welche Gase als Treibhausgase gezählt werden, ist international festgelegt. Weil die Liste auf das Kyoto-Protokoll zurückgeht, spricht man auch von den Kyoto-Gasen. Das Umweltbundesamt nutzt sie für die deutsche Treibhausgasbilanz:
- Kohlendioxid (CO₂): entsteht vor allem beim Verbrennen fossiler Brennstoffe und ist mengenmäßig das wichtigste Treibhausgas.
- Methan (CH₄): stammt unter anderem aus der Tierhaltung, aus Mülldeponien und aus der Förderung von Erdgas.
- Lachgas (N₂O): entsteht vor allem bei der Düngung in der Landwirtschaft.
- Fluorierte Gase (F-Gase): teil- und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW, FKW), Schwefelhexafluorid (SF₆) und Stickstofftrifluorid (NF₃). Sie stecken etwa in Kälte- und Klimaanlagen oder in elektrischen Schaltanlagen.
Was sind CO₂-Äquivalente?
Die einzelnen Gase wirken unterschiedlich stark. Methan und Lachgas erwärmen das Klima pro Tonne um ein Vielfaches stärker als CO₂. Wie stark, beschreibt das Treibhauspotenzial (englisch Global Warming Potential, kurz GWP). Es gibt an, wie viel Erwärmung ein Gas im Vergleich zur gleichen Menge CO₂ verursacht, meist bezogen auf einen Zeitraum von 100 Jahren.
Multipliziert man die Menge eines Gases mit seinem Treibhauspotenzial, erhält man CO₂-Äquivalente (CO₂e). So lassen sich alle Treibhausgase in einer gemeinsamen Zahl ausdrücken. Die Faktoren stammen aus den Berichten des Weltklimarats (IPCC) und werden mit neuen Erkenntnissen gelegentlich angepasst.
THG-Quote: die Treibhausgasminderungsquote
Die THG-Quote heißt ausgeschrieben Treibhausgasminderungsquote. Sie verpflichtet Unternehmen, die in Deutschland Benzin und Diesel in Verkehr bringen, die Treibhausgasemissionen ihrer Kraftstoffe jedes Kalenderjahr um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu senken. Grundlage ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 37a ff. BImSchG), die Einzelheiten regelt unter anderem die 38. BImSchV. Dort steht auch, dass Strom für Elektrofahrzeuge auf die Quote angerechnet werden kann. Die THG-Quote ausführlich erklärt.
THG-Prämie: dein Anteil an der Einsparung
Die THG-Prämie ist kein Begriff aus dem Gesetz, sondern der übliche Name für das Geld, das du als Halter eines reinen E-Autos bekommst. Ein Anbieter lässt die Einsparung deines Fahrzeugs beim Umweltbundesamt bescheinigen und verkauft sie an die Quotenverpflichteten. Einen Teil des Erlöses zahlt er dir aus, einmal pro Fahrzeug und Quotenjahr. Wie viel das ist, hängt stark vom Anbieter ab: zum aktuellen Vergleich. Wie der Antrag abläuft, liest du unter THG-Prämie beantragen.
Glossar: Abkürzungen rund um die THG-Quote
- THG
- Treibhausgas oder Treibhausgase, also Gase, die Wärme in der Atmosphäre zurückhalten.
- GHG
- Englische Abkürzung für greenhouse gas, gleichbedeutend mit THG.
- CO₂e
- CO₂-Äquivalent: Maßeinheit, in die alle Treibhausgase entsprechend ihrer Klimawirkung umgerechnet werden.
- GWP
- Global Warming Potential, auf Deutsch Treibhauspotenzial: gibt an, wie stark ein Gas im Vergleich zu CO₂ zur Erwärmung beiträgt.
- THG-Quote
- Treibhausgasminderungsquote: gesetzliche Pflicht, die Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen zu senken. Mehr dazu.
- THG-Prämie
- Geld, das Halter reiner E-Fahrzeuge für die angerechnete Einsparung ihres Fahrzeugs bekommen.
- Quotenjahr
- Das Kalenderjahr, für das die Quote erfüllt werden muss. Im Gesetz heißt es Verpflichtungsjahr. Pro Fahrzeug gibt es die Prämie einmal je Quotenjahr.
- Inverkehrbringer, Quotenverpflichtete
- Unternehmen, die Benzin und Diesel in Verkehr bringen, vor allem Mineralölkonzerne. Sie müssen die THG-Quote erfüllen.
- Quotenhändler
- Auch Poolinganbieter: Firmen, die die Einsparungen vieler E-Autos bündeln und an die Quotenverpflichteten verkaufen.
- BImSchG
- Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die §§ 37a ff. legen die Treibhausgasminderungsquote fest.
- 38. BImSchV
- Achtunddreißigste Verordnung zur Durchführung des BImSchG. Sie regelt unter anderem, wie Strom für Elektrofahrzeuge auf die Quote angerechnet wird.
- UBA
- Umweltbundesamt: prüft die Meldungen der Anbieter und bescheinigt die angerechneten Strommengen.
- Zulassungsbescheinigung Teil I
- Der Fahrzeugschein. Er weist nach, wer Halter ist und dass das Fahrzeug rein elektrisch fährt, und ist deshalb das wichtigste Dokument für den Antrag.
FAQ
Fragen zur Abkürzung THG
Was heißt THG?
Ist THG dasselbe wie CO₂?
Wofür steht THG-Quote?
Was ist der Unterschied zwischen THG-Quote und THG-Prämie?
Was bedeutet GHG?
Stand: Oktober 2026. Quellen: Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 37a) und 38. BImSchV auf gesetze-im-internet.de, Angaben des Umweltbundesamts zu den Treibhausgasen.